Lernspiele für Kinder: was davon taugt
24.06.2025

Lernspiel ist ein Verkaufsargument, kein Qualitätsmerkmal. Auf fast jeder Schachtel steht heute, dass etwas gefördert wird. Ein paar Dinge helfen beim Aussortieren.
Der Test: Würde ein Kind es freiwillig spielen?
Wenn ein Spiel nur gespielt wird, weil du es hinstellst, ist es Arbeitsblatt mit Würfel. Gute Lernspiele funktionieren auch ohne den pädagogischen Zweck, das Lernen fällt nebenbei ab.
Memory trainiert das Gedächtnis, aber niemand spielt Memory deswegen. Genau das ist das Zeichen für ein gutes Lernspiel.
Was tatsächlich etwas bringt
- Würfelspiele für die ersten Zahlen. Punkte zählen, vorrücken, vergleichen. Das ist Mathematik, ohne dass es so heisst.
- Kartenspiele für Regeln, Reihenfolge und Abwarten.
- Wortspiele wie Stadt Land Fluss, sobald Kinder schreiben.
- Bauen und Konstruieren für räumliches Denken, besser als jede App dazu.
Zu Apps
Es gibt gute Lern-Apps. Sie haben aber alle denselben Nachteil: Das Gerät kann noch anderes, und dieses andere ist attraktiver. Wenn ihr eine App nutzt, dann gezielt und zeitlich begrenzt, nicht als Ersatz fürs Beschäftigen.
Der grösste Fehler
Das Spiel zum Test machen. Sobald ein Kind merkt, dass du beim Spielen prüfst, ob es rechnen kann, ist es vorbei. Es spielt dann, um dich zufriedenzustellen, und hört auf, sobald es darf.
Spiel mit, gewinn auch mal, und lass die Auswertung sein.
Lernen passiert auch draussen
Auf einem Erlebnisweg mit Posten lernen Kinder nebenbei mehr, als ein Lernspiel je vermittelt, weil sie sich dabei bewegen. Solche Wege findest du in unsere Ausflugstipps unter der Kategorie Rundwege.
Zur Auswahl von Gesellschaftsspielen gibt es Brettspiele für Kinder.



